Zur Verstärkung des Uno-Einsatzes in Mali hat die Bundeswehr Soldaten in das westafrikanische Land verlegt. Gegenüber dem SPIEGEL bestätigte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, dass ein Flugzeug mit den Soldaten am Donnerstag um 16.35 Uhr deutscher Zeit dort gelandet sei.
Die Verstärkungskräfte der Infanterie sollen sich am Schutz des Flughafens in der Stadt Gao beteiligen, erklärte der Sprecher weiter. Dort hat die Mehrzahl der in Mali eingesetzten deutschen Blauhelme ihre Basis im Feldlager der Uno-Mission Minusma. Die Kräfte werden vor Ort dringend für die Flughafensicherung gebraucht, da diese Aufgabe seit dem Abzug der Franzosen derzeit nicht mehr sichergestellt ist.
Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte Mitte August alle Operationen der Bundeswehr für die Uno-Mission »Minusma« außerhalb des Lagers in Gao überraschend ausgesetzt. Die Unionsparteien forderten eine Sondersitzung des Verteidigungs- und des Auswärtigen Ausschuss noch in der Sommerpause, um über die Fortführung des Einsatzes in Mali zu diskutieren.
Minusma soll zur Stabilisierung des Landes beitragen
Mit rund 13.000 Blauhelmsoldaten und knapp 2000 Polizisten soll der Uno-Einsatz zur Stabilisierung des Landes beitragen. Der Bundestag hat für die Bundeswehr eine Obergrenze von 1400 Soldaten festgelegt. Anfang August waren knapp über tausend deutsche Soldaten vor Ort.
Der Flughafen in Gao wird nach Angaben der malischen Regierung zurzeit von der malischen Flughafendirektion betrieben, ebenso wie der Flughafen in der Hauptstadt Bamako. Die afrikanische Behörde für Luftsicherung Asecna sei wieder für die Sicherheit in Gao zuständig, hieß es (am Dienstagabend) auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Sie habe nach dem Abzug der französischen Anti-Terror-Mission Barkhane diese Aufgabe wieder übernommen.
Die malische Regierung ist nach eigenen Angaben im Gespräch mit der Uno-Mission Minusma, um sich über den künftigen Betrieb des Flughafens in Gao zu verständigen.